Unsere Themen für Sie

Nachhaltigkeit – mehr als Klimaschutz

„Es sollte nur so viel Holz eingeschlagen werden, wie nachwachsen kann.“


Dieses Zitat von Hans Carl von Carlowitz stammt bereits aus dem 18. Jahrhundert und beschreibt die Grundidee von Nachhaltigkeit: nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen als nachproduziert werden können.
Ursprünglich nur die ökologische Perspektive im Blick hat sich der Begriff gewandelt und ist viel umfassender geworden. Die Brutland Kommission definiert 1987 eine Entwicklung als nachhaltig, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“
Dass die Bedürfnisse der Gesellschaft die zur Verfügung stehenden Ressourcen regelmäßig überschreiten, dokumentiert eindrücklich der Earth-Overshoot-Day. Das ist der Tag, an dem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde in einem Jahr zur Verfügung stellen kann. Im Jahr 2022 war dieser Tag am 28. Juli erreicht, vor 10 Jahren war es der 4. August, vor 50 Jahren der 14. Dezember.
Das beschäftigt nicht nur Menschen, sondern auch Unternehmen und Regierungen.

Das Interesse von Regierungen spiegelt sich in gesetzlichen Vorgaben wider und das (resultierende) Interesse der Unternehmen in branchen- und kundenspezifischen zusätzlichen Vorgaben.

Gesetzliche Vorgaben

SDG – Sustainability Goals

Die UN hat in der Agenda 2030 17 Ziele (Sustainability Development Goals – SDG) beschlossen mit dem Blick auf sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung. Diese Ziele unterliegen fünf Kernbotschaften bzw. Prinzipien:

  • Die Würde des Menschen im Mittelpunkt (People)
  • Den Planeten schützen (Planet)
  • Wohlstand für alle fördern (Prosperity)
  • Frieden fördern (Peace)
  • Globale Partnerschaften aufbauen (Partnership)

GRI – Global Reporting Initiative

Der GRI -Leitfaden zählt weltweit zu den bekanntesten Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte und ist verbindend für die Berichterstattung von Großunternehmen und Konzernen ebenso wie für Regierungen und Nichtregierungsorganisationen (NGO). Verglichen mit den SDGs der UN sind mehr Ziele enthalten und die Komplexität ist höher.

ESG – Environment, Society, Governance

Als Standard nachhaltiger Anlagen hat sich der Begriff „ESG“ etabliert. Die Abkürzung beschreibt die drei nachhaltigkeitsbezogenen Verantwortungsbereiche von Organisationen:

  • Umwelt: Klimawandel – natürliche Ressourcen – Verschmutzung, Abfall und Wertstoffe – Kreislaufwirtschaft
  • Gesellschaft: Humankapital – Produkthaftung- und Verantwortung – Stakeholdermanagement
  • Corporate Governance: Unternehmensführung – Unternehmensverhalten – Finanzierung und Rechenschaft

ESG geht über CSR hinaus und meint eine verinnerlichte Unternehmenskultur.

CSRD – Corporate sustainability reporting directive

Die NFRD (Non-financial reporting directive) wird ab 2024 von der CSRD abgelöst und stellt eine Erweiterung der bisherigen Berichtspflichten dar. Betroffene Unternehmen müssen in der Berichterstattung Angaben machen zu

  • Nachhaltigkeitszielen
  • Der Rolle von Vorstand und Aufsichtsrat
  • Den wichtigsten nachteiligen Wirkungen des Unternehmens und
  • Zu noch nicht bilanzierten immateriellen Ressourcen.

Betroffen sind zukünftig alle an der Börse gelisteten Unternehmen (außer Kleinstbetriebe) und alle großen Unternehmen, die zwei der folgenden Kriterien erfüllen:

  • Mehr als 250 Mitarbeitende
  • Mindestens 40 Mio. Euro Umsatz
  • Mindestens 20 Mio. Bilanzsumme
Timeline

Taxonomieverordnung

Die EU-Taxonomieverordnung definiert Vorgaben für nachhaltige Investitionen. Sie gibt Kriterien vor, unter welchen Bedingungen eine Wirtschaftsaktivität als (aus ökologischer Sicht) nachhaltig einzustufen sind:

  • Eine Wirtschaftsaktivität leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung einer oder mehrerer Umweltziele
  • Keine Beeinträchtigung eines oder mehrerer anderer Umweltziele
  • Beachtung sozialer Mindeststandards

Ziel ist es, die Finanzströme in nachhaltigere Aktivitäten umzulenken, um so die Transformation der Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit finanzieren zu können.
Betroffen sind ab 1. Januar 2022 für das Berichtsjahr 2021 alle Unternehmen der Realwirtschaft und Finanzwirtschaft, die unter Berichtspflicht nach CSR-RUG fallen. Ab 1. Januar 2024 für das Berichtsjahr 2023 wird dies auf Unternehmen aus der Real- und Finanzwirtschaft ausgeweitet, die unter die Berichtspflicht nach CSRD fallen.

Die EU-Taxonomie umfasst sechs Umweltschutzziele:

  • Klimaschutz
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Nachhaltige Nutzung und Schutz der Wasser- und Meeresressourcen
  • Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  • Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzungen
  • Schutz und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt

Die Offenlegungspflicht ist stufenweise angelegt: Diese gilt seit 2022 vorerst für die zwei Ziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Die weiteren vier Umweltschutzziele sind ab 2024 offenlegungspflichtig.
Die aktuelle EU-Taxonomie legt den Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit, eine „Sozial-Taxonomie“ wird gerade ausgearbeitet.

LkSG – Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Das LkSG – kurz Lieferkettengesetz hat die Wahrung der grundlegenden Menschenrechte, vor allem das Durchsetzen des Verbots von Kinderarbeit und die Vermeidung bzw. Minimierung von Umweltschäden als Ziel. Das Gesetz findet ab 2023 zunächst Anwendung für Unternehmen mit mindestens 3.000 Mitarbeitenden im Inland, ab 2024 für Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden im Inland.

Die Sorgfaltspflichten beziehen sich auf den eigenen Geschäftsbereich, auf Partner und weitere mittelbare Zulieferer. Somit erstreckt sich die Verantwortung der betroffenen Unternehmen auf die gesamte Lieferkette.


Sie haben Fragen zu den verschiedenen gesetzlichen Anforderungen, die (womöglich) an Ihr Unternehmen gestellt werden?


Anforderungen weiterer Stakeholder

Aufgrund der Unternehmensgröße oder der schrittweisen Implementierung von Richtlinien treffen für Unternehmen womöglich gesetzlichen Vorgaben zur Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen noch oder gar nicht zu. Jedoch werden Organisationen bei der Vergabe von Krediten oder von Versicherungen bei Nichterfüllung von Klimazielen bereits benachteiligt. Der Druck der Öffentlichkeit steigt und Nachhaltigkeit nimmt in der Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert ein.

So gibt es neben gesetzlichen Anforderungen – sei es auf UN-, EU- oder Bundesebene – auch kundenspezifische Anforderungen. Die Ermittlung des CO2-Fußabdruckes wird beispielsweise häufig durch den Kunden forciert.

Auch gibt es branchenspezifische Anforderungen. So werden Zulieferer in der Automobilindustrie zur Selbstauskunft bezüglich CSR und Nachhaltigkeit verpflichtet. Die Auftragsvergabe erfolgt abhängig von Erfüllung von Umwelt- und CSR-Vorgaben. Detaillierte Informationen zum Self-Assessment Questionnaire SAQ 4.0 finden Sie auf dieser Seite.

Von der Theorie in die Praxis

Fakt ist: In jedem Fall sind alle Unternehmen gleich welcher Größe und Branche aktiv aufgefordert, sich mit dem Thema der Nachhaltigkeit zu befassen, die Anforderungen für sich zu interpretieren und umzusetzen.

So weit so gut, wäre da nicht einerseits der Dschungel an Begriffen, Abkürzungen und Organisationen und andererseits die individuelle betriebliche Ausgangssituation! Dabei möchten wir Sie gerne unterstützen und erst einmal herausfinden, wo genau Sie aktuell stehen. Das stellen wir mittels einer Gap-Analyse fest und leiten hiervon Lösungsansätze ab.

Eine Möglichkeit ist der Aufbau eines Umweltmanagementsystems mit Zertifizierung nach ISO 14001. Umfassender, da sowohl Umwelt- als auch Energiemanagement nach ISO 50001 mit abgedeckt sind, ist EMAS.

EMAS – Eco-Management and Audit Scheme

EMAS ist ein branchenunabhängiges Managementsystem zur Steuerung und kontinuierlichen Verbesserung der Umweltleistung. Es bietet sehr gute Voraussetzungen, bindende Verpflichtungen (sowohl gesetzliche Pflichten als auch freiwillig eingegangene Verpflichtungen) im Bereich Umwelt nachweislich umzusetzen.

Vorteile für Unternehmen, die EMAS implementiert haben:

  • Sie sind nachweislich erfolgreich hinsichtlich ihrer Umwelt- und Nachhaltigkeitsperformance
  • Sie weisen legal compliance im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit nach
  • Sie profitieren von finanziellen Vorteilen und Erleichterungen im Sinne der Regulierung
  • Sie haben Prozesse und Verantwortlichkeiten für die Nachhaltigkeitsthemen definiert (Governance- bzw. Managementaspekt)
  • Sie binden Beschäftigte aktiv und nachweislich mit ein

EMAS liefert laufend und ohne großen zusätzlichen Aufwand die Zahlen, Daten und Fakten, die Sie zukünftig bei der Aktualisierung und Pflege Ihres Nachhaltigkeitsberichtes benötigen. Die Prüfung und Validierung des Berichts erfolgen durch unabhängige staatlich zugelassene GutachterInnen.

Quelle: www.emas.de/einstieg

DNK – Deutscher Nachhaltigkeitskodex

Der DNK ist ein Transparentstandard zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, der für alle Rechtsformen geeignet ist, unabhängig von Größe und Branchenzugehörigkeit. Er dient als Instrument zur Reflexion der eigenen unternehmerischen Nachhaltigkeitsleistung. Für die Erstellung und Veröffentlichung der DNK-Erklärung darf die DNK-Datenbank kostenlos genutzt werden. Die formale Vollständigkeit des Berichts wird durch das DNK-Team sichergestellt.

Der DNK beleuchtet 20 Kriterien und Leistungsindikatoren. Eine Hälfte entfällt auf das Nachhaltigkeitskonzept, unterteilt in Strategie und Prozessmanagement. Die andere Hälfte bildet Nachhaltigkeitsaspekte aus den beiden Bereichen Umwelt und Gesellschaft ab.

Für die Berichterstattung gilt der Grundsatz comply or explain. Daten und Fakten zu gefragten Inhalten müssen geliefert werden. Wenn (noch) keine konkreten Aussagen getroffen werden können oder Aspekte nicht relevant sind, bedarf dies einer Erklärung.

Der Arbeitsaufwand liegt bei ca. 25 Arbeitstagen für die Erstellung der ersten DNK-Erklärung, die Dauer von Einreichung der Erklärung bis zur Veröffentlichung beträgt ungefähr überschauliche 6-8 Wochen.

Hier die Vorteile des DNK auf einen Blick:

Quelle: DNK

Unser Angebot für Sie

Wir unterstützen Sie von der Gap-Analyse gerne bis zur Zertifizierung oder Erstellung des Berichts. Unsere eigene Rechtsabteilung ermittelt die für Sie zutreffenden rechtlichen Anforderungen mit Fokus auf Rechtskonformität, entlang der gesamten Lieferkette.


Sie haben Interesse? Dann kontaktieren Sie uns!

Das Team von Die Top Berater ist gerne Ihr Ansprechpartner

Sie verwenden einen veralteten Browser. Laden Sie sich hier einen neuen herunter!